19.12.2018 | Pädagogische Strategien in der Jugendarbeit

Vortrag und Diskussion mit Silke Baer

„Ja für die wird immer alles gemacht.“

In rechtsextremen und rechtspopulistischen Diskursen geht es viel um eine angebliche Diskriminierung von Männern und Frauen mit traditionellen Rollenverständnis. Angeblich werde zu wenig für „Normale“ getan: Das Bestreben nach Gleichstellung alternativer Lebensentwürfe wie der gleichgeschlechtlichen Ehe wird in Frage gestellt und zugleich gefordert, in der Politik solle es endlich wieder um „Deutsche“ statt um angeblich schutzbedürftige Minderheiten gehen. Da Kinder und Jugendliche mit Ansichten wie diesen nicht weniger als Erwachsene (häufig gerade durch sie) konfrontiert sind, ist es von zentraler Wichtigkeit, mit ihnen über Demokratie sowie soziale und interkulturelle Gerechtigkeit zu sprechen. In der Vorlesung werden genderspezifischer Themen behandelt, anhand derer die extreme Rechte nach der Wiederherstellung einer Geschlechterordnung, die einseitig auf Geschlechterbipolarität, Heterosexualität und ein klassisch-patriachales Verständnis der Männer und Frauenrolle zielt. Es werden jugendgerechte Ansätze der Präventionsarbeit vorgestellt, die offene Haltungen in Bezug auf ein gleichberechtigtes und vielfältiges Miteinander fördern können.

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Silke Baer ist Leiterin und Mitbegründerin von cultures interactive e. V. (CI). Sie studierte Publizistik, Kommunikationswissenschaften und Nordamerikanistik, Sozialarbeit/-Pädagogik und ist zertifizierte Mediatorin. Seit 2001 führt sie Modellprojekte durch mit den Schwerpunkten Präventions- und Distanzierungsarbeit zu Rechtsextremismus, u. a. durch jugendkulturelle, genderreflektierte und gemeinwesenorientierte Ansätze. Baer ist Mitglied im EU-Center of Excellence des RAN, der BAG religiös begründeter Extremismus und Autorin von verschiedenen Fachartikeln.


Beginn: 18.00 Uhr
Ort: Friedenssaal im Großen Waisenhaus Potsdam (Breite Straße 7a, 14467 Potsdam)

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