Von populären Rockbands bis rechten Lebenswelten

Rechte Lebenswelten in den Texten populärer Rockbands wie beispielsweise Freiwild oder die Bösen Onkelz waren Thema der 4. Ringvorlesung in der Reihe: Populismus. Popkultur. Pädagogik. Michael Weiss von der Agentur für Soziale Perspektiven in Kreuzberg referierte über Recherchen zu rechter Rockmusik seit den 1990er Jahren. Bands und Musiker, die sich früher zu Neonazis zählten, treten heute unter dem Label ‚Oi‘ als ‚unpolitisch‘ auf. Offen menschenfeindliche Texte werden von Festivalveranstaltern ‚übersehen‘ oder geduldet und die Zugpferde der Szene füllen Stadien.

Mit besonderem Interesse wurden vom zahlreichen Publikum die Ausführungen zu den ideologischen Elementen der in den Texten dieser Bands geäußerten Rechten Lebenswelten aufgenommen. Hier wurde deutlich, wie sich diese Szene einerseits als unpolitisch und nicht nazistisch darstellt und andererseits Ungleichheitsideologien vertritt, Hierarchien biologistisch begründet und sich in einer Mischung aus Größenwahn und Opfergestus präsentiert um nur einige Elemente dieser Rechten Lebenswelt zu benennen. In der anschließenden lebhaften Diskussion ging es nicht zuletzt um pädagogische Ansätze in der Auseinandersetzung mit Rechten Lebenswelten. Michael Weiß nannte in diesem Kontext das verquere, weil unverantwortliche Demokratieverständnis der Szene als in seiner Erfahrung bislang bester Ansatz um Anhänger zum Nachdenken zu veranlassen.

Der Vortrag kann wie auch alle vorangegangen hier nachgehört werden.

Am Mittwoch den 5. Dezember freuen wir uns Oliver Decker von den Leipziger Autoritarismus Studien in unserer Ringvorlesungsreihe begrüßen zu dürfen.

Thema: Autoritäre Dynamiken – rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2018
Beginn: 18.00, Friedensaal des Großen Waisenhaus zu Potsdam, Lindenstraße 34a

Werbeanzeigen