Pädagogische Strategien in der Jugendarbeit

Am Mittwoch, den 19.12.2018, war Silke Baer als Gast im Rahmen der Ringvorlesung „Populismus – Popkultur – Pädagogik“, die die Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam gemeinsam mit dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien organisiert, eingeladen. Mit ihrem Vortrag zum Thema „Pädagogische Strategien in der Jugendarbeit – unter besonderer Berücksichtigung von Genderthematiken in rechtsextremen und rechtspopulistischen Diskursen“ eröffnete sie den zweiten Teil der Vorlesungsreihe, in der es vor allem um die Frage geht, wie auf die zuvor erörterten Phänomene Rechtsextremismus und Rechtspopulismus pädagogisch reagiert werden kann.

Silke Baer stellte sich in ihrem Vortrag drei großen Herausforderungen: So ging sie zum einen auf das Thema Gender als „politische und gesellschaftliche Kampfzone der extremen Rechten“ ein, präsentierte pädagogische Strategien der Rechtsextremismusprävention und stellte die Arbeit des Vereins „cultures interactive e.V.“ vor, dessen Mitbegründerin sie ist. Das Angebot des Fachträgers kann bei Interesse unter www.cultures-interactive.de eingesehen werden.

In Bezug auf das Thema Gender ging Silke Baer vor allem auf die „Neue Rechte“ ein und machte auch anhand von Bildmaterial und Auszügen aus Parteiprogrammen eindrucksvoll die Verbindung und die fließenden Übergänge zwischen konservativen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Frauen-, Geschlechter- und Familienbildern deutlich. Im zweiten Teil ihres Vortrags über pädagogische Strategien der Rechtsextremismusprävention nahm sie die Zuhörer_innen mit in die Geschichte der Ansätze, Programme und Projekte, die 1992 mit dem „Aktionsprogramm gegen Aggression und Gewalt (AgAG)“ begann, welches als „Glatzenpflege auf Staatskosten“ relativ schnell in Misskredit geriet. Seitdem ist viel passiert und ohne Zweifel gehören zu den Gelingensfaktoren für die Arbeit mit rechtsextrem orientierten oder gefährdeten Jugendlichen neben Strategien des professionellen Umgangs mit diesen vor allem zivilgesellschaftliche Förderung und sozialraumorientierte Maßnahmen. Im Anschluss an den Vortrag stellten die Zuhörer_innen vor allem Fragen zu konkreten Handlungsmöglichkeiten, waren aber auch an biografischen, genderrelevanten und sozialräumlichen Hinwendungsfaktoren der Jugendlichen interessiert, die zuvor thematisiert wurden.

Nach über zwei Stunden endete ein interessanter und erkenntnisreicher Abend, bei dem aufgrund der Themenfülle einige Aspekte nur angedacht werden konnten. Diese werden jedoch in den kommenden Vorlesungen aufgegriffen – so beispielsweise durch Prof. Dr. Heike Radvan, die am 06.02.2019 über Rechtspopulismus und Rechtsextremismus als Herausforderungen für die Lehre sprechen wird.

Der Beitrag kann hier nachgehört werden.

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