Eine Herausforderung für die Lehre

 

In der neunten Ringvorlesung am 6. Februar 2019 referierte Prof. Dr. Heike Radvan von der Technisch-Brandenburgischen Universität Cottbus über die Herausforderungen vor denen Hochschulen stehen, die mit aktiven Bestrebungen rechtsextremistischer Personen, sich für pädagogische Berufe akademisch zu qualifizieren konfrontiert sind.

Zunächst stellte sie den niedrigen Forschungsstand und eine zu geringe öffentliche Debatte zu diesem Thema dar. Als Professorin für Soziale Arbeit, die sich als Menschrechtsprofession definiert, stellte sie den notwendigen Schutz dieser Menschenrechte gegenüber gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in den Mittelpunkt ihres Vortrages. Diese Perspektive konfligiert im Einzelfall mit dem Recht auf Bildung, das zunächst ‚Gesinnungsprüfungen’ im Kontext hochschulischer Qualifikationen ausschließt. In ihrem detailreichen und engagierten Vortrag hat Frau Radvan schließlich einen zehn Punkte Katalog an konkreten Vorschlägen für Hochschulen entwickelt, wie ein demokratisches Selbstverständnis von Wissenschaft und ein Sozialpädagogikstudium gegen autoritäre und Menschenrechte missachtende Vertreter*innen im Lehrkörper oder unter Studierenden zu verteidigen ist. Auch die Debatte drehte sich um den nur im Einzelfall zu entscheidenden Konflikt zwischen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und dem Recht auf Bildung.

Die Vorlesung kann hier nachgehört werden.

Die nächste Ringvorlesung findet am 20. Februar 2019 im Friedenssaal der Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam (Breite Str. 9a) statt. Es referieren Gudrun Greve und Ingmar Pech von der Antidiskriminierungsberatung Brandenburg zu „Mit Recht gegen Rassismus!? Antidiskriminierungsarbeit in der Praxis“.

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